So funktioniert das Provisionsmodell
Verbreitet ist bei OnlyFans-Agenturen ein Provisionsmodell: Statt ein festes Monatshonorar zu verlangen, erhält die Agentur einen prozentualen Anteil an deinen Einnahmen. Für dich hat das den Vorteil, dass die Kosten mit dem Umsatz schwanken und du in schwachen Monaten weniger zahlst. Gleichzeitig profitiert die Agentur direkt vom Wachstum deines Accounts, was die Interessen zumindest teilweise in dieselbe Richtung lenkt.
Daneben gibt es Mischformen, etwa eine Provision plus Pauschalen für bestimmte Zusatzleistungen. Manche Agenturen staffeln ihren Satz auch nach Leistungsumfang: Wer nur das Chatting abgibt, zahlt in einem solchen Modell weniger als jemand, der zusätzlich Marketing, Planung und Strategie auslagert. Eine Prozentzahl lässt sich deshalb nie ohne das dazugehörige Paket bewerten.
Welche Provisionsspannen sind üblich?
Belastbare Marktzahlen zu Agenturprovisionen gibt es nicht, und wir erfinden auch keine. Was du findest, sind die Angaben einzelner Anbieter. In unserem Vergleich veröffentlichen etwa AV Majestic Studios sowie Noblesse Studios, Murmur Studios und Ventures Agency eine Spanne von 25–50 % nach Plattformgebühren. Wie wir Agenturen einordnen, beschreibt unsere Methodik.
Bei den meisten übrigen Agenturen in unserem Vergleich war zum Zeitpunkt der Prüfung kein Prozentsatz öffentlich angegeben. Dort erfährst du die Höhe erst im schriftlichen Angebot.
Eine Spanne wie 25–50 % sagt für sich genommen wenig. Frag deshalb, wovon die genaue Höhe abhängt. Denkbar sind etwa der Leistungsumfang, dein aktueller Umsatz, Sprache und Zeitzonen im Chat oder Zusatzleistungen wie Content-Schutz. Lass dir erklären, welcher Satz für dein Paket gilt und unter welchen Bedingungen er sich ändert.
Vor oder nach der Plattformgebühr: der entscheidende Unterschied
OnlyFans behält 20 % deiner Einnahmen als Plattformgebühr ein, 80 % werden dir ausgezahlt. Die Agenturprovision kann sich entweder auf den Bruttoumsatz beziehen, also auf alles, was Fans insgesamt bezahlen, oder auf den Betrag nach Abzug der Plattformgebühr. Bei gleichem Prozentsatz macht das einen spürbaren Unterschied.
Das folgende Rechenbeispiel geht von einem angenommenen Bruttoumsatz von 5.000 € im Monat und einer Provision von 30 % aus. Beide Werte sind frei gewählt und dienen nur der Veranschaulichung.
| Position | Provision nach Plattformgebühr | Provision vom Bruttoumsatz |
|---|---|---|
| Bruttoumsatz (Beispiel) | 5.000 € | 5.000 € |
| Plattformgebühr 20 % | −1.000 € | −1.000 € |
| Auszahlung durch OnlyFans | 4.000 € | 4.000 € |
| Berechnungsgrundlage der Provision | 4.000 € | 5.000 € |
| Agenturprovision 30 % | −1.200 € | −1.500 € |
| Bleibt dir vor Steuern und sonstigen Kosten | 2.800 € | 2.500 € |
Bei identischem Prozentsatz zahlst du im zweiten Modell 300 € mehr im Monat. Anders ausgedrückt: 30 % vom Bruttoumsatz entsprechen 37,5 % deiner tatsächlichen Auszahlung. Diese Umrechnung solltest du immer machen, wenn Angebote unterschiedlich formuliert sind. Mit unserem Provisionsrechner spielst du beide Varianten mit deinen eigenen Zahlen durch.
Zusatzkosten neben der Provision
Die Provision muss nicht der einzige Posten sein. Prüf im Angebot, ob und wie die folgenden Kosten geregelt sind:
- Werbebudget: Bezahlte Promotion, Shoutouts oder Anzeigen werden je nach Vertrag aus der Provision gedeckt oder zusätzlich abgerechnet. Kläre, wer das Budget freigibt und ob es eine Obergrenze gibt.
- Tools und Software: Manche Agenturen arbeiten mit kostenpflichtigen Programmen für Chat, Planung oder Analyse. Frag, ob diese Kosten an dich weitergegeben werden.
- Produktion: Shootings, Schnitt oder Requisiten können separat berechnet werden. Das betrifft vor allem Pakete mit Branding und professioneller Produktion.
- Einrichtungs- oder Onboarding-Gebühren: Zahlungen, die vor jeder Leistung fällig werden, solltest du besonders kritisch prüfen.
- Ausstiegskosten: Vertragsstrafen oder Provisionen, die nach dem Vertragsende weiterlaufen, gehören in jede Kalkulation.
Je mehr dieser Posten im Vertrag offenbleiben, desto schwerer lassen sich Angebote vergleichen. Bitte deshalb um eine vollständige Kostenaufstellung, bevor du unterschreibst.
Rückbuchungen, Erstattungen und die monatliche Abrechnung
Wenn Fans Zahlungen zurückbuchen lassen oder Erstattungen erhalten, sinkt dein tatsächlicher Umsatz nachträglich. Kläre, ob die Agentur ihre Provision auf diese bereinigten Zahlen berechnet oder auf den ursprünglich ausgewiesenen Betrag. Sonst zahlst du womöglich Provision auf Geld, das du am Ende gar nicht behältst.
Ebenso wichtig ist der Abrechnungsweg. Idealerweise zahlt OnlyFans an dein eigenes Konto aus, und die Agentur stellt dir ihre Provision monatlich mit nachvollziehbarer Aufstellung in Rechnung. Empfängt eine Agentur dagegen die Auszahlungen selbst und leitet dir nur einen Teil weiter, verlierst du Überblick und Kontrolle.
Für deine Buchhaltung brauchst du ordentliche Rechnungen der Agentur. Eine allgemeine Orientierung dazu, wie Provisionen steuerlich einzuordnen sind, auch bei Agenturen im Ausland, gibt der Ratgeber zu Gewerbe und Steuern in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Er ersetzt keine Steuerberatung.
Break-even: Ab wann sich eine Agentur rechnet
Finanziell lohnt sich eine Agentur, sobald dir nach Plattformgebühr und Provision mindestens so viel bleibt wie vorher ohne Agentur. Die Formel dafür ist einfach: Teile deinen bisherigen Nettoertrag durch den Anteil, der dir nach Provision bleibt. Das Ergebnis ist die Auszahlung, die du mit Agentur mindestens erreichen musst.
Ein Beispiel mit angenommenen Zahlen: Allein erzielst du 2.000 € Auszahlung nach Plattformgebühr pro Monat. Die Agentur verlangt 40 % nach Plattformgebühr, dir bleiben also 60 %. Damit du nicht schlechter dastehst, muss die Auszahlung auf mindestens 2.000 € ÷ 0,6 ≈ 3.333 € steigen. Erst jeder Euro darüber ist echter Zugewinn.
Rechne dabei auch deine Zeit mit ein. Gewinnst du durch die Agentur viele Stunden pro Woche und steckst sie in Content oder andere Projekte, kann sich eine Zusammenarbeit lohnen, obwohl der Nettoertrag zunächst nur gleich bleibt. Ob diese Rechnung für dich aufgeht, hängt stark davon ab, welche Aufgaben du abgeben willst. Mehr dazu im Ratgeber Agentur oder selbst managen.
Provision verhandeln: Darauf kannst du achten
Eine Provision ist kein Naturgesetz. Mit diesen Punkten gehst du gut vorbereitet in die Verhandlung:
- Lass dir die Berechnungsgrundlage schriftlich bestätigen: vor oder nach Plattformgebühr.
- Frag nach Staffelungen, etwa einem niedrigeren Satz ab einem bestimmten Umsatz.
- Vereinbare, dass Zusatzkosten nur nach deiner Freigabe anfallen.
- Kläre, ob Provision auf Abos, Trinkgelder und kostenpflichtige Nachrichten gleichermaßen fällig wird.
- Bestehe darauf, dass nach Vertragsende keine Provision mehr auf deine Einnahmen anfällt oder eine Nachlaufzeit klar begrenzt ist.
Ein höherer Prozentsatz ist nicht automatisch schlechter, wenn dafür mehr Leistung enthalten ist. Vergleiche Paket und Preis daher immer zusammen, am besten in einer Tabelle, wie sie unser Ratgeber beste OnlyFans-Agentur finden als Vorlage enthält.
Unsere Top 3 im Vergleich
- Murmur Studios 9,8/10
- Noblesse Studios 9,6/10
- Ventures Agency 9,5/10